Der Bauernhof

Gut Fahrenbach liegt in hügeliger Landschaft am Rande des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land, südlich von Witzenhausen in Nordhessen. Gut Fahrenbach zeichnet sich durch seine Alleinlage umgeben von Wald und seinen hohen Anteil an natürlichem Weideland aus. Dort verbringt unsere Aberdeen-Angus-Mutterkuhherde mit all ihren Nachkommen die Zeit von April bis November. 

 

Auf dem Ackerland bauen wir heute verschiedene Getreidearten (Weizen, Roggen, Emmer, Dinkel, Nackthafer, Triticale) und Ölsaaten an, im Wechsel mit Kleegrasmischungen. Diese Futterpflanzen dienen zum einen den Tieren als Winterfutter, sind aber ebenso wichtig zum Aufbau und Erhalt der natürlichen Fruchtbarkeit unserer Ackerböden.

 

Zum Hof gehören mehrere geräumige Ställe, eine Getreidescheune, Lagerscheunen, Wohnhäuser, sowie eigene Verarbeitungs- und Kühlräume für die Fleischvermarktung. Seit 2002 trägt unser Bauernhof  die Auszeichnung "Demonstrationsbetrieb ökologischer Landbau", die uns vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms ökologischer Landbau verliehen wurde.

 

Unsere Verkaufsprodukte sind Rindfleisch, Wurstwaren aus Rindfleisch, Lammfleisch, Wildfleisch, Mariendistelöl, sowie Speise- und Futtergetreide. Die Bäckerei Gut Fahrenbach GmbH von Familie Gädtke beliefern wir mit unserem Getreide, so werden daraus leckere Vollkornbackwaren hergestellt. 



Die Geschichte von Gut Fahrenbach – Vom Rittergut zum Biobauernhof

Wie alles begann

 

Auch wenn die idyllische Alleinlage dies auf den ersten Blick nicht vermuten lässt: Gut Fahrenbach hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Die erste Erwähnung als „Warenbach“ erscheint im Jahr 1327. Um Fahrenbach entstand ein kleines eigenständiges Dorf, ringsherum geschützt durch Wald, Hügel, Gräben und Hecken. Fahrenbach besaß früh sogar eine eigene Kirche, die im Jahr 1423 als Taufkirche „St. Anna zu Fahrenbach“ erwähnt wird. 1483 kauften die damaligen Freiherren von Berlepsch das Gut Fahrenbach.

 

Heute finden sich in Fahrenbach kaum Überreste vom ursprünglichen Dorf oder der Kirche. Mehr zum geschichtlichen Verlauf auf Wikipedia.

 

Jüngere Geschichte

 

Im Jahr 1917 erwarb Werner Karl Adalbert Gotzmann das Gut mit Wald und landwirtschaftlicher Nutzfläche, aus dem Besitz der Familie von Berlepsch. Zunächst wurde die Land- und Forstwirtschaft von der Familie unter eigener Regie bewirtschaftet. Von 1970 bis 1982 war der landwirtschaftliche Teil des Betriebes verpachtet. Im Rahmen von Erbfolgen wurde der Besitz 1982 unter zwei Erbinnen aufgeteilt. Der landwirtschaftliche Teil von Gut Fahrenbach entwickelte sich dann in verschiedene Richtungen.

 

Die landwirtschaftliche Nutzfläche des einen Erbteils wurde in der Folge verkauft und von den neuen Eigentümern an verschiedene Landwirte verpachtet. Der andere Erbteil wurde zusammen mit den Betriebsgebäuden an eine Alten- und Pflegeinrichtung aus Oberursel verpachtet. Die Landwirtschaft sollte dabei eine therapeutische Funktion für die Pflegebedürftigen übernehmen. Dieses Konzept erwies sich als wirtschaftlich nicht tragfähig. Deshalb wurde 1984 ein neuer Pächter gesucht und mit den Gründern der Betriebsgemeinschaft Gut Fahrenbach auch gefunden.


Die Entwicklung zum Biolandhof Gut Fahrenbach

 

Im Mai 1984 gründeten Brigitte Weidinger, Christoph Raue und Hans-Jürgen Müller die „Betriebsgemeinschaft Gut Fahrenbach“, mit dem Ziel auf Gut Fahrenbach eine ökologische Landwirtschaft zu betreiben. Die drei Absolventen der Witzenhäuser Agraruniversität fanden hier ideale Voraussetzungen vor, um ihre Vorstellungen von einer umweltgerechten Landwirtschaft zu verwirklichen und auch um zu zeigen, dass man als Team gleichberechtigt einen landwirtschaftlichen Betrieb leiten kann. 

Christoph Raue, Brigitte Weidinger und Hans-Jürgen Müller (2011, Foto: privat)
Christoph Raue, Brigitte Weidinger und Hans-Jürgen Müller (2011, Foto: privat)

Gleich zu Beginn stellten die neuen Pächter die Flächen und den Hof nach Bioland-Richtlinien um, 1987 erfolgt die Zertifizierung als Bioland-Betrieb. In den folgenden Jahren wurden weitere Flächen gepachtet und in den weiteren Jahren größere Stallflächen für die Tiere geschaffen. Außerdem wurde die Direktvermarktung ausgebaut und ein Hofladen und Lieferservice für Bioland Fleisch und Speisegetreide eingerichtet. Seit 1986 werden in hofeigenen Zerlege- und Verarbeitungsräumen Wurst- und Fleischprodukte hergestellt. Zusammen mit anderen Biobetrieben aus der Region und dem Göttinger Naturkostgroßhändler Naturkost Elkershausen GmbH wurde schon 1986 eine Getreidereinigungsanlage in Eschwege errichtet, um die gestiegenen Qualitätsanforderungen bei Speisegetreide zu erfüllen. Im Anschluss entstand auch die Bäckerei Gut Fahrenbach, mittlerweile in Dohrenbach ansässig, als eigenständiger Betrieb unter der Leitung von Henner Gädtke. 

Wie es heute weitergeht

 

Über 30 Jahre später, 2017, sind wieder zwei ehemalige Witzenhäuser Absolventen auf der Suche nach einem landwirtschaftlichen Betrieb. Sarah Gabriel und Sven Lindauer übernehmen im selben Jahr den Bioland-Bauernhof und führen die Fahrenbacher Geschichte als Bioland-Bauernhof weiter fort.

Sven Lindauer und Sarah Gabriel (2017, Foto: CR MedienWerk Eschwege)
Sven Lindauer und Sarah Gabriel (2017, Foto: CR MedienWerk Eschwege)


Bio-Bescheinigungen und -Zertifikate

Hier können Sie sich unsere Bio-Bescheinigungen und -Zertifikate herunterladen. 

Download
Bioland-Zertifikat Landwirtschaft.pdf
Adobe Acrobat Dokument 48.7 KB
Download
Bioland-Bescheinigung Metzgerei.pdf
Adobe Acrobat Dokument 30.3 KB
Download
EU-Ökolandbau-Verordnung Landwirtschaft
Adobe Acrobat Dokument 123.5 KB
Download
EU-Bio_Verordnung Metzgerei.pdf
Adobe Acrobat Dokument 123.4 KB